Politik

In meiner politischen Sozialisation war es mein sozialdemokratischer Großvater, der, als SPD- und Gewerkschaftsmitglied (als Schriftsetzer), mich schon früh zur Politik brachte. Ich erinnere mich, als kleiner Junge in Niederscheld bei Dillenburg von Erich Ollenhauer ein Autogramm bekommen zu haben. Ich erinnere mich auch an Stadtverordnetensitzungen in Herborn, bei denen wir gemeinsam auf der Zuschauerbank saßen.

Ausprobiert habe ich Vereinsarbeit in der evangelischen Jugend und im CVJM Herborn in der Theatergruppe, die das Herborner Heimatspiel aufgeführt hat, und in die politische Arbeit konnte ich dann einsteigen im Personalrat der Kreisverwaltung in Biedenkopf. Seit meiner Verwaltungslehre bin ich Mitglied in der ÖTV, inzwischen verdi.

In meiner Heimatgemeinde Niedereisenhausen war ich von 1972 bis 1980 in der Gemeindevertretung bzw. als Erster Beigeordneter im Gemeindevorstand tätig. Damals gab es in den kleinen Gemeinden keine Parteilisten. Die politisch Interessierten kamen in so genannten Bürgerlisten zusammen, aus denen sich später die Parteilisten entwickelten. Damals habe ich die Diskussionen um die Gebietsreform hautnah erlebt, habe mich vor allem für die Jugendarbeit eingesetzt und die Verschwisterung mit Lüsen im Rahmen eines Verschwisterungsvereines vorangetrieben.

Wegen meiner beruflichen Veränderung habe ich dann eine längere Politpause eingelegt, genau bis 1993. Dann sind meine Frau Ute und ich in die SPD eingetreten. Mein damaliger und heutiger Vorsitzender im Landesfilmdienst, der ehemalige Staatssekretär Paul Leo Giani, hat mir dazu Mut gemacht, in dem er klarmachte: »Wenn du was ändern und Neues erreichen willst, dann geht das nur gemeinsam mit anderen in einer Partei.«

Seit 1993 bin ich Vorsitzender der SPD Steffenberg. 2001 wurde ich dort erstmals Erster Beigeordneter. Schwerpunkt meiner Tätigkeit war die Jugendarbeit. In der auf meine Anregung gegründeten Jugendkommission der Gemeinde konnten wir viel tun für die offene Jugendarbeit in der Gemeinde und die Weiterentwicklung der Ferienspiele. Für mich ist die Kommunalpolitik insofern überaus wichtig, weil sie die Möglichkeit bietet, sich mit der Gemeinde, dem Ort in dem man lebt, zu identifizieren. Eine Demokratie kann nur dann funktionieren, wenn Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich persönlich für die Belange aller einzusetzen.

Besonders wichtig war mir in den letzten Monaten die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Dorfwettbewerb, die von meiner Frau als Ortsvorsteherin gegründet wurde. Sehr erfolgreich konnten wir mit dem Ortsteil Niedereisenhausen am Dorfwettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« teilnehmen und nun hoffen wir auf möglichst viele Zukunftsprojekte in der Dorferneuerung.

Im Landkreis wurde ich 1996 in den SPD-Vorstand auf Kreisebene gewählt. Meine Hauptaufgabe war die Öffentlichkeitsarbeit. 1998 wurde ich dann Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands als Schatzmeister. 2001 nominierte mich die SPD als Kandidat für die Landratswahl und das Ergebnis von 35,6 Prozent der Stimmen war überaus erfreulich. Bei der in 2002 folgenden Neuwahl des UB-Vorstandes wurde ich mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Ein Amt, das ich von Ernst-Ludwig Wagner übernommen und bis heute innehabe.

Bei der Landtagswahl 2008 konnten die SPD das Direktmandat mit einem bravourösen Ergebnis gewinnen. Der ehemalige Justizminister Dr. Christean Wagner von der CDU erlitt eine herbe Niederlage. Nun gilt es, in der Wahl am 18. Januar diesen Wahlkreis für uns zu behalten.

Dafür gibt es gute Gründe: