Rechte Gewalt und politische Jugendbildung (Transkript)
Dies ist die Textversion des Videos »Rechte Gewalt und politische Jugendbildung«.
In diesen Tagen, meine Damen und Herren, sind wir sehr besorgt. Wir sind besorgt, weil wir ein Anwachsen der Rechten Gewalt in Deutschland – angesichts der brutalen Tat in Passau – zu hören und zu sehen bekommen.
Ich bin heute hier in Wetter an dieser Stelle, an der hat es vor einigen Tagen eine machtvolle Demonstration gegeben, eine Demonstration von Bürgerinnen und Bürgern, von Alten und Jungen, von Schülerinnen und Schülern gegen rechte Gewalt und gegen rechte Parolen, gegen Antisemitismus. Anlass dafür war eine Tat, hier auf dem Jüdischen Friedhof in Wetter, wo Jugendliche viele Verwüstungen angerichtet hatten.
Meine Damen und Herren, ich frage mich als Politiker natürlich, was ist Ursache, wenn Jugendliche rechten Parolen nachlaufen, wenn Jugendliche verführt werden von Rechten. Ich glaube, wir müssen uns dabei einmal überlegen, wie gehen wir heute mit Jugendlichen in dieser Gesellschaft um? Welche Zukunft bieten wir ihnen? Was geben wir ihnen für Möglichkeiten, sich fortzubilden, auszubilden? Welche Möglichkeiten schaffen wir ihnen, einen Beruf zu haben? Und: Welche Möglichkeiten geben wir ihnen zu lernen, wie eine Demokratie, wie demokratisches Verhalten funktioniert?
Wir in den letzten Jahren haben hier in Hessen erlebt, dass das was wir außerschulische Jugendbildung, politische Jugendbildung, Jugendarbeit, Jugendförderung nennen, abgebaut worden ist unter der CDU-Regierung von Ministerpräsident Koch. Ich habe es zum Beispiel erlebt in meinem Bereich, dass zwei hessische Jugendbildungsstätten geschlossen wurden, dass hier keine politische Bildungsarbeit mehr betrieben wird, dass es keinen Ersatz dafür gegeben hat, bis heute. Ich bin der Meinung, wir haben die dringende Aufgabe, hier das Ruder herumzuwerfen. Wir müssen wieder Jugendbildungsarbeit betreiben, wir müssen wieder politische Jugendbildung anbieten, damit junge Menschen lernen, in dieser Demokratie handelnd mit demokratischen Geflogenheiten umzugehen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen Selbstbestimmungmöglichkeiten, Mitbestimmungsmöglichkeiten eröffnen, um sie damit demokratiefähig zu machen.
Dieses Ziel habe ich für meine Landtagskandidatur.
